Heilpädagogisches Kinderheim "Haus Maria"

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Ministerin: Heime leisten ausgezeichnete Arbeit

München/Au am Inn, 04.08.2016  „Die stationären Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung werden in Bayern gut geführt.“ Das hat Bayerns Sozialministerin Emilia Müller an diesem Donnerstag in München betont. Anlässlich der Vorstellung des Berichts des von ihr eingesetzten Expertenrates für „Stationäre Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung“ bestätigte die Ministerin die „wertvolle und unverzichtbare Arbeit“ und die herausragende Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Einrichtungen. Freiheitsbeschränkende Maßnahmen „werden in keinem Fall als Strafe eingesetzt“.


Wohl des Kindes an erster Stelle

Bei der Überprüfung aller bayerischen Heime wurden insgesamt sieben Verstöße bei der Anwendung von freiheitsbeschränkenden Maßnahmen festgestellt. Diese seien umgehend abgestellt worden, so Müller. Angesichts der Vielzahl der betreuten Kinder und Jugendlichen sei diese Zahl der Mängel jedoch vergleichsweise gering: In 104 heilpädagogischen Heimen und Internaten werden rund 4.000 Kinder und Jugendliche mit Behinderung und Mehrfachbehinderung betreut und gefördert. Die Ministerin bestätigt: „Das Kindeswohl steht in allen Einrichtungen an erster Stelle.“


Kritik an Berichterstattung des BR

Nach Medienberichten über den Umgang mit freiheitsbeschränkenden Maßnahmen in stationären Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung hatte Bayerns Sozialministerin eine außerordentliche Überprüfung aller Heime in Bayern angeordnet sowie eine Expertenrunde einberufen.

Mit der Berichterstattung sei ein gesellschaftliches Tabu-Thema aufgegriffen worden, sagte der Bayerische Landes-Caritasdirektor, Prälat Bernhard Piendl. Doch die Berichterstattung sei mit pauschalen Urteilen und skandalisierenden Begriffen der Ernsthaftigkeit des Themas nicht gerecht geworden. Die Einrichtungen und ihre Mitarbeiter seien zu Unrecht in Misskredit gebracht worden. Bei vielen Eltern habe die Darstellung in den Medien „erhebliche Verunsicherung“ ausgelöst, unterstrich der Landes-Caritasdirektor. „Und nicht zuletzt sehen sich unsere Mitarbeitendem einem Generalverdacht ausgesetzt, der ihre engagierte und qualitativ hochwertige Arbeit zu Unrecht desavouiert.“

Der Bayerische Rundfunk und in der Folge einige Printmedien haben wiederholt über freiheitsentziehende und freiheitsbeschränkenden Maßnahmen in Kinder- und Jugendheimen der Behindertenhilfe in Bayern berichtet. Die Berichterstattung des BR ist aus unserer Sicht einseitig, undifferenziert und wird diesem komplexen und sensiblen Themenbereich insgesamt, den in Heimen untergebrachten Kindern sowie dem Einsatz und den Herausforderungen des Betreuungs- und Pflegepersonals in keiner Weise gerecht.

Für uns im Haus Maria und im gesamten Franziskushaus Au am Inn ist diese Berichterstattung erschütternd. Sie schmerzt und trifft uns besonders, da kein Zweifel daran bestehen kann, dass in unserem Kinderheim und in allen Einrichtungen unter dem Dach des Franziskushauses das Wohl der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen und deren bestmögliche Entwicklung an erster Stelle steht. Durch die Berichterstattung ist ein völlig falsches Bild in der Öffentlichkeit entstanden, das unserer Betreuungssituation im Haus Maria nicht gerecht wird.

Mit Verweis auf den Betreuungsschlüssel hob Landescaritas-Direktor Piendl Au am Inn besonders hervor. Mitunter „kümmern sich zwei Fachkräfte um ein Kind. Au am Inn ist hier ein Beispiel“.


10-Punkte-Plan für weiterhin hohe Qualität


Für die künftige Arbeit in heilpädagogischen Heimen stellte Bayerns Sozialministerin einen 10 Punkte-Plan vor. Dieser sei das Ergebnis der Überprüfungen der Heime und der Erkenntnisse aus dem Expertenrat. „Das Ziel: wir werden den Einsatz von freiheitsbeschränkenden Maßnahmen noch effektiver auf das unabdingbare Maß beschränken. Denn freiheitsbeschränkende Maßnahmen müssen stets das letzte Mittel sein“, so die Ministerin weiter. Der Plan umfasst unter anderem mehr Beteiligung der Eltern, die Schaffung neuer Beschwerdestellen und stärkere Kontrollen. Geplant ist auch eine wissenschaftliche Evalution. Bayern werde sich auf Bundesebene für die Prüfung der Einführung eines Richtervorbehalts als letztes Mittel einsetzen. Bisher bedürfen unterbringungsähnliche Maßnahmen bei Kindern und Jugendlichen in Behinderteneinrichtungen – anders als bei Erwachsenen – keiner gerichtlichen Genehmigung. „Ein Gerichtsverfahren könnte die schwierige Entscheidungsfindung in solchen Fällen unterstützen und die Anwendung der Maßnahme auf das unverzichtbare Maß beschränken“, heißt es im 10 Punkte-Plan.


Franziskushaus begrüßt geplante Maßnahmen

Das Franziskushaus Au am Inn, zu dem das heilpädagogische Kinderheim Haus Maria gehört, begrüßt den Bericht des Expertenrates und die geplanten Maßnahmen ausdrücklich. Wir werden uns an der notwendigen gesamtgesellschaftlichen Diskussion beteiligen und an allen Stellen dazu beitragen, dass die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung weiterhin hohen Qualitätsstandards entspricht.

Als Spezialeinrichtung mit einem intensiv-pädagogischen Betreuungsangebot haben wir die Konzepte in intensiven Prozessen ständig weiterentwickelt, mit der Heimaufsicht abgestimmt und an den individuellen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen ausgerichtet.

Die Zusammenarbeit mit den Behörden ist Grundlage unserer Arbeit. Seit Inbetriebnahme des Kinderheims finden angemeldete und unangemeldete Prüfungen und Kontrollen der Heimaufsicht statt. Änderungen und Ergänzungen im Konzept, beim Personal oder bei den individuell entwickelten Maßnahmen für einzelne Kinder und Jugendliche wurden von der Heimaufsicht vor Ort geprüft und genehmigt.

Regelmäßige Elternarbeit, die Einbindung der Sorgeberechtigten in alle wesentlichen Entscheidungen und die begleitende Beratung ist wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Der vertrauensvolle Austausch und Kontakt mit den Eltern ist die Voraussetzung dafür, dass wir den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen eine zweite Heimat bieten können. (pm/franziskushaus)